Sehr moderne Sicht auf die Opiumkriege in China und die Folgen des Kolonialismus
5 stars
Dieses Buch von RF Kuang liest sich anfangs fast wie ein Harry Potter. Ein junger Mann kommt ans Babel-Übersetzungsinstitut in Oxford und wir erleben, wie er erwachsen wird. Robin ist aber aus China, was fürs Übersetzen wichtig ist, denn Silber mit Übersetzungswörtern aus verschiedenen Sprachen entfacht Magie, was die Vorherrschaft des britischen Empire befeuert. Trotzdem wird Robin nicht als vollwertiger Mensch behandelt, denn er ist ja ein rückständiger Chinese, und sein Wert bemisst sich allein an seiner Kenntnis von Mandarin und Kantonesisch.
Und so zeigt dieses Buch die Zeit um 1835 aus Sicht von Menschen, die kolonial unterdrückt werden. Die Parallelen zu heute sind Unterdrückung wegen Hautfarbe, Herkunft in anderen Ländern, Abschaffung von Arbeitskräften durch Automatisierung, Einstufung von Frauen als nicht vollwertig und Intersektionalität, wenn jemand mehrere dieser Diskriminierungsmerkmale in sich vereint.
Wusstet ihr, dass die Briten den Chinesen Handelsware liefern wollten um 1830, dass aber die Chinesen …
Dieses Buch von RF Kuang liest sich anfangs fast wie ein Harry Potter. Ein junger Mann kommt ans Babel-Übersetzungsinstitut in Oxford und wir erleben, wie er erwachsen wird. Robin ist aber aus China, was fürs Übersetzen wichtig ist, denn Silber mit Übersetzungswörtern aus verschiedenen Sprachen entfacht Magie, was die Vorherrschaft des britischen Empire befeuert. Trotzdem wird Robin nicht als vollwertiger Mensch behandelt, denn er ist ja ein rückständiger Chinese, und sein Wert bemisst sich allein an seiner Kenntnis von Mandarin und Kantonesisch.
Und so zeigt dieses Buch die Zeit um 1835 aus Sicht von Menschen, die kolonial unterdrückt werden. Die Parallelen zu heute sind Unterdrückung wegen Hautfarbe, Herkunft in anderen Ländern, Abschaffung von Arbeitskräften durch Automatisierung, Einstufung von Frauen als nicht vollwertig und Intersektionalität, wenn jemand mehrere dieser Diskriminierungsmerkmale in sich vereint.
Wusstet ihr, dass die Briten den Chinesen Handelsware liefern wollten um 1830, dass aber die Chinesen nichts haben wollten von den Briten, weil ihre Kultur so anders war? Dass darauf die Briten im Namen des Freihandels drauf pochten, den Chinesen Opium liefern zu können (das bei ihnen zuhause verboten war) und dass China das partout nicht wollte, und so die Opiumkriege entstanden? Die verzeiht uns China bis heute nicht, und seit ich nun weiß, was da ablief, kann ich das nachvollziehen.
Dazu kommt natürlich, dass RF Kuang Sprache liebt und fleissig liest. Und so erfahren wir viel über Wortpaare in verschiedenen Sprachen, über Übersetzen, über Etymologie und alte Schriften in den verschiedensten Sprache.
Ein intelligentes Buch für Leute, die Sprache lieben und sich für Geschichte interessieren. Sehr gut lesbar, sehr schön. Ein Meisterwerk, finde ich.