Reviews and Comments

Gerd Schnitzler

Gerd@wyrms.de

Joined 2 years, 9 months ago

Aktuelle deutsche Literatur, englisch, Krimis, ein wenig Politik, Philosophie, katholische Theologie, Softwareentwicklung (noch). Gut gealtert.

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Karin Slaughter: Blutige Fesseln (2016, Harpercollins)

Review of 'Blutige Fesseln' on 'Goodreads'

Zunächst fand ich das Buch schlecht. Ein Buch über einen Mann als Hauptfigur, geschreiben von einer Frau, die nicht weiß, wie sie einen Mann darstellen soll und abei die üblichen Klischees verwendet. Maulfaul, macht alles mit sich selbst aus, redet nicht mit seiner Frau, ...
Irgendwann setzte für mich der Perspektivwechsel ein. Auch wenn Will Trent als Serienheld im Titel steht, geht es um die starken Frauen rund um ihn, die ihn als Projektionsfläche für ihren Wünsche und Sehnsüchte benutzen. Nebenher lösen sie noch einen komplizierten Fall in einem Millieu, dem man nicht angehören möchte, dem eiskalten Geschäft der Zuhälterei und dem eiskalten Geschäft des amerikanischen Profisports.
Die Geschichte wird vorangetrieben von den starken Frauen einer Polizeieinheit. Männer sind Trottel, Schweine oder schwache Handlanger, abgesehen natürlich von der gebrochenen Lichtgestalt Will Trent, den sie alle besitzen, ficken oder bemuttern wollen.
Wenn man mit den sehr drastischen Darstellungen von Karin Slaughter …

Review of 'Asterixund Maestria' on 'Goodreads'

Ich weiß wieder warum ich Anfang der 90er aufgehört habe mit der Reihe. Die gleichen Gags werden immer und immer wieder andere Zusammenhängen wiederholt. Die Geschichten sind vorhersehbar. Dazu kommt das konservative, teilweise reaktionäre Menschenbild. Es passt nicht mehr

Hans-Dieter Arntz: Reichskristallnacht (German language, 2008)

Review of 'Reichskristallnacht' on 'Goodreads'

Eine heimatkundliche Arbeit, die mit großem Fleiß die Ereignisse um den 9. November 1938 in den Eifelgemeinden zwischen Euskirchen und Hellenthal zusammenfasst. Es werden Zeitzeugen zitiert, Zeitungsberichte, Akten von Behörden und Gerichtsverfahren. Daneben gibt es zahlreiche Fotos der vertriebenen und ermordeten jüdischen Bevölkerung, der Synagogen und Wohnhäuser vor und nach der Zerstörung. Der Autor räumt dabei mit der weit verbreiteten März auf, die Untaten seien mehrheitlich von auswärtigen Tätern begangen worden. Es waren hauptsächlich fanatische Nazis aus der Nachbarschaft oder Polizeibeamte, die gewissenlos auf Befehl handelten. Kopfschüttelnd liest man die beschönigenden und verharmlosenden Gerichtsurteile nach dem Krieg, in denen eindeutig überführte und identifizierte Täter nur mit geringen Strafen belegt oder freigesprochen wurden.
Es ist ein Werk eines interessierten Laien, dem ein aufmerksames Lektorat zu wünschen gewesen wären. Es kommt gelegentlich zu Dopplungen, unglücklichen oder falschen Formulierungen, schlichten Fehlern. Trotzdem kann ich es sehr empfehlen.