Interessante Lokal-Geschichte
5 stars
Inhalt Das Buch ist in Tagebuch-artiger Form geschrieben, für die Tage zwischen Befreiung der Steiermark durch die sowjetischen Truppen am 9. Mai 1945 und Übergabe an die britischen Truppen am 24. Juli 1945. Jedem Kapitel ist ein Polizei-Protokoll des jeweiligen Tages vorangestellt, das durch russische Truppen begangene gemeldete Straftaten beschreibt. Der Großteil der folgenden Texte ist aus Sicht der sowjetischen Dolmetscherin geschrieben, die durch ihre Arbeit viel Einblick "hinter die Kulissen" hatte. Ergänzt werden die Schilderungen durch zahlreiche weitere Quellen die eingeholt wurden, einerseits Literatur aber auch Zeitzeugen-Berichte. Meinung Ein sehr interessantes Buch, das den Alltag der Menschen in Graz in den ersten Tagen nach dem Krieg gut beschreibt. Einerseits werden die alltäglichen Probleme der Menschen beschrieben, vor allem die Lebensmittel-Not bzw. die Wiederaufnahme des "normalen" Lebens (Zeitungen, Kulturleben, Öffis etc.). Andererseits wird natürlich besonders auf das neue Zusammenleben mit der russischen Besatzungsmacht eingegangen. Die russischen Soldaten haben Straftaten in …
Inhalt Das Buch ist in Tagebuch-artiger Form geschrieben, für die Tage zwischen Befreiung der Steiermark durch die sowjetischen Truppen am 9. Mai 1945 und Übergabe an die britischen Truppen am 24. Juli 1945. Jedem Kapitel ist ein Polizei-Protokoll des jeweiligen Tages vorangestellt, das durch russische Truppen begangene gemeldete Straftaten beschreibt. Der Großteil der folgenden Texte ist aus Sicht der sowjetischen Dolmetscherin geschrieben, die durch ihre Arbeit viel Einblick "hinter die Kulissen" hatte. Ergänzt werden die Schilderungen durch zahlreiche weitere Quellen die eingeholt wurden, einerseits Literatur aber auch Zeitzeugen-Berichte. Meinung Ein sehr interessantes Buch, das den Alltag der Menschen in Graz in den ersten Tagen nach dem Krieg gut beschreibt. Einerseits werden die alltäglichen Probleme der Menschen beschrieben, vor allem die Lebensmittel-Not bzw. die Wiederaufnahme des "normalen" Lebens (Zeitungen, Kulturleben, Öffis etc.). Andererseits wird natürlich besonders auf das neue Zusammenleben mit der russischen Besatzungsmacht eingegangen. Die russischen Soldaten haben Straftaten in vielfacher Form begangen, angefangen von einfachen Diebstählen bis hin zu Vergewaltigungen. Durch die Schilderungen der Dolmetscherin weiß man auch wie die sowjetische Führung damit umgegangen ist, was einen anderen Blickwinkel darauf liefert. Als Grazer ist es natürlich besonders spannend wenn man die Schilderungen mit Orts- und Adressangaben liest, weil man die Orte kennt. Auch die Bilder sind was das betrifft sehr interessant.