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reading tofu

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Emilia Roig: Why we matter (2021, Aufbau Verlag)

Wie erkennen wir unsere Privilegien? Wie können Weiße die Realität von Schwarzen sehen? Männliche Muslime …

Einmal alles bitte

Emilia Roig liefert einen Rundumschlag gegen Rassismus, Kapitalismus und das Patriarchat. Sie beschreibt systematische Macht- und Diskriminierungsverhältnisse sowie Intersektionalität verständlich und anschaulich, hier und da leider mit ein paar Fremdwörtern zuviel, und greift dabei unterschiedlichste Thematiken auf.

Im Vergleich mit anderen Büchern die häufig mit "Why We Matter" genannt werden, tritt sie radikaler auf und benennt Kapitalismus als klares Problem das überwunden werden muss, um die anderen Unterdrückungsstrukturen überwinden zu können. Auch die Abschaffung der Polizei ist gut eingebundenes Thema.

Bei den Lösungen geht sie - bei klarer Abgrenzung von kapitalistischer Selbstoptimierung die heutzutage häufig mit Yoga oder Meditation verbunden werden - auch auf spirituellere Themen ein, die mir eher fremd sind, für mich aber nachvollziehbarer wurden.

Emilia Roig: Why we matter (2021, Aufbau Verlag)

Wie erkennen wir unsere Privilegien? Wie können Weiße die Realität von Schwarzen sehen? Männliche Muslime …

Rassismus hat bisher überlebt, weil wir nach wie vor glauben, dass es sich um eine bewusste Voreingenommenheit von gemeinen Menschen handelt. Diese Dichtomie, die eine Welt böser Rassist*innen und mitfühlender Nicht-Rassist*innen postuliert, ist selbst ein rassistisches Konstrukt, das die systemische Ungerechtigkeit überlagert und ausblendet und dem Rassismus eine so erschütternde moralische Bedeutung verleiht, dass weiße Menschen, insbesondere die Progressiven, nichts damit zu tun haben wollen.

Why we matter by 

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Timo Luthmann: Politisch aktiv sein und bleiben (Paperback, German language, 2019, Unrast Verlag)

Die politischen und persönlichen Herausforderungen nehmen für engagierte Menschen stetig zu. Wie können wir – …

In den ersten Jahren meines politischen Aktivismus habe ich mich, abgestoßen von unserer sinnlosen Gesellschaft, maximal sinnsuchend in politische Kämpfe gestürzt, wobei ich hart gegenüber mir selbst war. Dieses ausschließlich auf Sinn zentrierte Leben hat mich aber von anderen Menschen entfremdet, mich härter werden lassen und selbstgerechte Tendenzen in mir verstärkt. Mir war die Freude abhanden gekommen. Erst nach einigen Jahren habe ich begriffen, dass eine Sinnorientierung im Leben essenziell ist, aber mit Freude in Balance gebracht werden muss. Freude wirkt als Gegengift zum Ausbrennen und gleichzeitig ist es ein Symptom von Burnout-Prozessen, wenn wir die Fähigkeit zur Freude verlieren. Befreiung und befreiende Momente sind unmittelbar mit Freude verbunden. Mit Taktiken wie der Spaßguerilla über Carnival against Capitalism oder Reclaim-the-Streets-Partys werden, wie mit vielen anderen kreativen Straßenprotestformen eine Mischung von Aufstand, Kunst und Humor zelebriert, die den Verhältnissen trotzt. Gleichzeitig haben diese Taten der subversiven Freude Ausstrahlungskraft. Die bewaffnete Freude oder eine klammheimliche Freude - Freude ist ansteckend. Die Freude an der Subversion, der Überwindung von Hierarchien und Herrschaft. Auch Soziale Bewegungen brauchen ihre Feste und sind Ausdruck von Freude und Spaß. Dabei besteht die Gefahr dass linke Feierkultur wie hedonistischer Partyaktivismus oder der 'Ferienkommunismus' des Fusion Festivals sich nahtlos in den Konsumismus unserer Gesellschaft einreiht. [...] Exzessive Feierei kann schon destruktive Züge annehmen und das Vergnügen kann auch Fluchtreaktion sein vor den großen Problemen unseres Lebens und der Welt. Doch manchmal brauchen einige Menschen auch einfach diese Flucht und Leichtigkeit um ihren inneren Freiraum zurückzugewinnen. [...] Freude zu kultivieren auch in düsteren Zeiten ist eine essenzielle Überlebensstrategie. [...] Dazu zählt auch die tiefe Freude, die sich einstellt, wenn Ängste überwunden bzw. durchlebt werden.

Politisch aktiv sein und bleiben by 

@Dark_earth Ich lese es so, dass sie Kooperation, Beratung, gegenseitige Hilfe und sozialien Frieden als Bedingungen ansieht die erfüllt sein müssen und sein werden, um vor Schaden und Schmerz zu bewahren. Ich glaube auch nicht, dass Leben komplett ohne Schaden und Schmerz möglich ist, aber ohne bestimmte Arten die unsere momente Gesellschaft hervorbringt (durch die genannten zu ersetzenden Strukturen).

Wo ich's nochmal lese klingt es ein bisschen, als würde das eine das andere automatisch hervorbringen, falls es so gemeint ist, denke ich das auch nicht.

Emilia Roig: Why we matter (2021, Aufbau Verlag)

Wie erkennen wir unsere Privilegien? Wie können Weiße die Realität von Schwarzen sehen? Männliche Muslime …

Unsere Gesellschaften funktionieren unter der Annahme, dass Menschen von Natur aus schlecht sind, dass sie, wenn sie nicht kontrolliert, diszipliniert, bestraft und genötigt werden, Verbrechen begehen, faul sind und zum Zusammenbruch der Gesellschaft beitragen würden. Ich glaube das Gegenteil. Ich glaube, dass denn Menschen anderen Schaden zufügen, dann deshalb, weil sie selbst Schaden erleiden oder erlitten haben - und nicht, weil es in unserer inneren Natur liegt. Wenn es uns gelingt, eine Gesellschaft zu kultivieren, die uns alle vor Schaden und Schmerz bewahrt, werden wir erleben, wie Kooperation den Wettbewerb ersetzt, Beratung die Autorität, gegenseitige Hilfe die Polizeiarbeit und sozialer Frieden das Misstrauen.

Why we matter by 

Emilia Roig: Why we matter (2021, Aufbau Verlag)

Wie erkennen wir unsere Privilegien? Wie können Weiße die Realität von Schwarzen sehen? Männliche Muslime …

Empowerment wird auf oberflächliche Handlungen des Individuums reduziert. »Es ist nur in euren Köpfen, liebt euch doch!«, lautet die Botschaft von solchen Kampagnen. Und wir drehen uns wieder im Kreis: Frauen und ihre "Mindsets" sind dann das Problem, das angegangen werden muss. Nicht die sozialen Bedingungen, die Unterdrückungssysteme und patriarchale, rassistische und neoliberale Diskurse, die ihrer Entmachtung zugrunde liegen.

Why we matter by 

Emilia Roig: Why we matter (2021, Aufbau Verlag)

Wie erkennen wir unsere Privilegien? Wie können Weiße die Realität von Schwarzen sehen? Männliche Muslime …

»Umgekehrter Rassismus« blendet sowohl die zugrunde liegenden Machtdynamiken als auch die systematische Dimension von Rassismus aus. Auch wenn »umgekehrter Rassismus« als solcher wie dargelegt nicht existiert, kommen individuelle Vorurteile gegenüber weißen Menschen sowie diskriminierendes Verhalten durchaus vor. Es ist allerdings nicht Teil eines größeren soziopolitischen, historischen Phänomens, sondern anekdotisch.

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Dorothee Häußermann: Wind aus Nord-Süd

Eine namenlose Gruppe sprengt im Namen des Klimaschutzes ein Flugzeug nach Bangkok in die Luft. …

Ein wichtiger Beitrag zur Debatte der Klimagerechtigkeitsbewegung

Was soll ich sagen? Ich bin einfach nur begeistert! Der Roman stellt sehr gut den "Konflikt" zwischen NGOs, radikalen Gruppen und noch radikaleren militanten Grüppchen dar, ohne sich auf eine Seite zu stellen. Soll man sich von brennenden Autos oder explodierenden Flugzeugen distanzieren, um die Bürgis nicht zu verlieren und die sensationsgeile Presse zu besänftigen? Bringen militante Aktionen eins wirklich näher zum Ziel? All das wird nicht beantwortet, es ist ein ständiges hin und her. Auch Bezüge zur Realität gibt es oft, sei es die U-Haft von Andrey Holm wegen den Ermittlungen zur mg (militanten gruppe) oder die Sabotageakte der S-Bahn-Kabelschächte durch die Vulkan-Gruppen in Berlin. Aber auch sonst könnte der Roman sich genau so abgespielt haben oder abspielen. Von den Überforderung und Zweifeln, ob das wirklich alles was bringt, den vermeintlichen Utopien auf einem abgeschotteten Bauernhof oder Plenen mit unangenehmen Themen, die lieber mal verschoben oder in eine Kleingruppe …

CrimethInc.: From Democracy to Freedom (Paperback, German language, 2018, Unrast Verlag)

Demokratie ist das allgemeingültigste politische Ideal unserer Zeit. George Bush hat sich darauf berufen, um …

Eher Negativbeispiele "From Freedom to Democracy"

Nach einem etwas trockenen, theoretischen Einstieg zeigt das Buch anschaulich, wie direkte Demokratie über kurz oder lang immer wieder zur repräsentativen Demokratie wird und dabei die Energie und Legitimität von ursprünglich emanzipatorischen Bewegungen aufsaugt.

Der erste Teil behandelt generelle Konzepte von Demkoratie und deren Schwächen im Gegensatz zum Anarchismus, der zweite exerziert die Theorie dann an zeitgenössischen Bewegungen (Occupy und ähnliche) anschaulich in Form von Berichten beteiligter Anarchist_innen durch was für mich durch die konkreten Beispiele sehr zum Verständnis beigetragen hat, was das eigentlich alles bedeuten soll.

Mit Fremdwörtern wird sparsam umgegangen oder sie werden direkt erklärt. Die Beispiele sind alle aus Europa oder Nordamerika.