Vorneweg: Ich bin wahrscheinlich recht voreingenommen, denn Duke Meyer gehört zu meinen wirklich lieben Freund*innen und einflussreichen Weggefährt*innen.
"Küss' die Hand, gnä' Sau" ist ein wilder Ritt durch die nordische Kosmologie und Mythologie, ein phantasievolles Update für das 21. Jahrhundert; höchst persönlich und doch immer vom Boden der mythologischen Überlieferung ausgehend. Ein Buch, das von einem modernen, egalitären Weltbild und positivem Verhältnis zur Naturwissenschaft ebenso durchdrungen ist wie von einem ganz selbstverständlichen animistischen Denken. Deutschtümelnde Deutungen sind hier genauso entschiedend abwesend wie andere rückwärtsgewandte Vorstellungen; dass Loki ganz selbstverständlich genderfluid ist, hat mich ebenso gefreut wie die vollkommen selbstverständlichen (und kundig gehandhabten) Gendersterne. Ein Buch, in dem ich mich als genderqueere Lesende mitgedacht fühle.
Ein voraussetzungsvolles Buch: Wem die nordische Mythologie fremd ist, die*der wird sich in diesem Buch nicht zurecht finden. Dieses Buch ist keine Nacherzählung von germanischen Mythen, eher eine poetische Weiter-Imagination. Der nüchtern klingende Untertitel ist hier …
Vorneweg: Ich bin wahrscheinlich recht voreingenommen, denn Duke Meyer gehört zu meinen wirklich lieben Freund*innen und einflussreichen Weggefährt*innen.
"Küss' die Hand, gnä' Sau" ist ein wilder Ritt durch die nordische Kosmologie und Mythologie, ein phantasievolles Update für das 21. Jahrhundert; höchst persönlich und doch immer vom Boden der mythologischen Überlieferung ausgehend. Ein Buch, das von einem modernen, egalitären Weltbild und positivem Verhältnis zur Naturwissenschaft ebenso durchdrungen ist wie von einem ganz selbstverständlichen animistischen Denken. Deutschtümelnde Deutungen sind hier genauso entschiedend abwesend wie andere rückwärtsgewandte Vorstellungen; dass Loki ganz selbstverständlich genderfluid ist, hat mich ebenso gefreut wie die vollkommen selbstverständlichen (und kundig gehandhabten) Gendersterne. Ein Buch, in dem ich mich als genderqueere Lesende mitgedacht fühle.
Ein voraussetzungsvolles Buch: Wem die nordische Mythologie fremd ist, die*der wird sich in diesem Buch nicht zurecht finden. Dieses Buch ist keine Nacherzählung von germanischen Mythen, eher eine poetische Weiter-Imagination. Der nüchtern klingende Untertitel ist hier irreführend.
Im ersten Teil des Buches geht es auf eine Reise durch einige der neun Welten, bevor der Hauptteil in jedem Kapitel eine Gottheit vorstellt. Dabei kommen nicht nur die bekanntesten zum Zuge (wie zum Beispiel: Thor und Loki, Frigg und Odin, Freyja und Freyr), sondern auch kaum bekannte Gött*innen: Bil und Mani, Baduhenna und Tamfana, Ran, Forseti und Hlin (um nur einige zu nennen).
Der letzte Teil schließlich befasst sich noch einmal mit Kosmologischem: den Nornen (und einem anderen Zeitverständnis), Ginnungagap (und dem nordischen Schöpfungsmythos) und Yggdrasil, dem nordischen Weltenbaum.
Meyers Prosa ist poetisch und emotional, aber bisweilen sperrig. Den einen oder anderen Schachtelsatz und die vielen Einschübe musste ich mehrfach lesen – was bei ihm zum Stil gehört, sich aber eben nicht immer ohne Anstrengung liest.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und bisweilen tief bewegt (aber, siehe eingangs erwähnt: ich bin voreingenommen). Empfehlen will ich es einem ausgesuchten Kreis von Lesenden: jenen, für die nordische Mythologie vertrautes Terrain ist und die sich an überraschenden neuen Blickwinkeln darauf freuen.
Ein Leitfaden für professionelles gendergerechtes Schreiben
4 stars
Dieses Buch habe ich hauptsächlich gelesen, weil ich professionell schreibe und dabei immer wieder vor der Aufgabe stehe, gendergerechte Formulierungen "zu verkaufen" – namentlich an Kundschaft, die sich vor zu vielen Gendersternen fürchtet oder noch gar keine Ahnung von gendergerechten Formulierungen hat.
Revolutionär ist das Buch natürlich nicht, und manchmal hat es mir zu viel Respekt vor der althergebrachten Schreibpraxis. Auch die Differenzierung zwischen trans*, Intersex- und nichtbinären Identitäten gelingt nicht immer so klar, wie ich es mir gewünscht hätte – aber immerhin werden nichtbinäre Identitäten ausführlicher erwähnt als nur in einer Fußnote.
Ich habe in dem Buch einige interessante grammatische Hintergründe, einige sinnvolle Leitgedanken zum Gebrauch des Gendersterns und etliche gute Anregungen zum kreativen Umschiffen von schwierigen Schreibsituationen gefunden. Ich werde es definitive in meiner Handbibliothek behalten.
Bleibt abzuwarten, wie schnell dieses Buch veraltet; schließlich beschreibt es einen Teil der deutschen Sprachpraxis, der sich gerade sehr deutlich in Entwicklung …
Dieses Buch habe ich hauptsächlich gelesen, weil ich professionell schreibe und dabei immer wieder vor der Aufgabe stehe, gendergerechte Formulierungen "zu verkaufen" – namentlich an Kundschaft, die sich vor zu vielen Gendersternen fürchtet oder noch gar keine Ahnung von gendergerechten Formulierungen hat.
Revolutionär ist das Buch natürlich nicht, und manchmal hat es mir zu viel Respekt vor der althergebrachten Schreibpraxis. Auch die Differenzierung zwischen trans*, Intersex- und nichtbinären Identitäten gelingt nicht immer so klar, wie ich es mir gewünscht hätte – aber immerhin werden nichtbinäre Identitäten ausführlicher erwähnt als nur in einer Fußnote.
Ich habe in dem Buch einige interessante grammatische Hintergründe, einige sinnvolle Leitgedanken zum Gebrauch des Gendersterns und etliche gute Anregungen zum kreativen Umschiffen von schwierigen Schreibsituationen gefunden. Ich werde es definitive in meiner Handbibliothek behalten.
Bleibt abzuwarten, wie schnell dieses Buch veraltet; schließlich beschreibt es einen Teil der deutschen Sprachpraxis, der sich gerade sehr deutlich in Entwicklung befindet.
Dimos Horacki is a Borolian journalist and a cynical patriot, his muckraking days behind him. …
A story of resistance and bravery
5 stars
This short novel kept me reading – there are some bits that are obviously detailing political systems, but I never found them tedious. I recognized some of the processes from actual communities I have been involved with. Those descriptions are balanced by the vivid, poignant characterizations of people, places and culture and a story full of adventure and incredible bravery.
There's a certain grit to the story, some violence – never gratuitious, though; and still it left me with a positive sentiment. Definitely a "would read again".
Ich gehe nicht mit allen Vorschlägen in diesem Buch konform; es richtet sich definitiv an weniger feministische Leser*innen als ich. Es gibt mir jedoch wertvolle Anregungen für mein professionelles Schreiben, wo ich oft mit Kundschaft und Zielgruppen konfrontiert bin, die gendergerechte Sprache nicht gewöhnt sind.
Ausführliche Rezension folgt, wenn ich das Buch zu Ende gelesen habe!